Juni 2024

Grabstätte Schröder Devrient auf dem Trinitatisfriedhof

Auswahlkriterium: Pesönlichkeit

Die Grabstätte befindet sich in der Abteilung 1 C, in der Nähe des Andachtsplatzes.

Wilhelmine Schröder-Devrient wurde am 6. Dezember 1804 in Hamburg geboren – wir feiern also ihren 220 Geburtstag – und starb am 26. Januar 1860 in Coburg.

Die Tochter der Schauspielerin Sophie Schröder und des Schauspielers und Sängers Ernst Friedrich Ludwig Schröder gilt als die größte deutsche Gesangstragödin des 19. Jahrhunderts.

Sie erhielt zeitig eine Ausbildung als Tänzerin und im Schauspiel, später folgte ein Gesangsstudium. Erste Auftritte erfolgten schon im Kindesalter.

Mit ihrem ausgeprägten Schauspielertalent, Temperament und einer bemerkenswerten Stimme (Sopran) gelang es ihr, die Charaktere auf der Bühne genial zu beleben und damit ihren Ruhm zu begründen. Sie trat in London, Paris und allen größeren deutschen Städten auf. Ihr Rollenrepertoire wird auf etwa 90 Partien geschätzt. Darunter die Pamina in Mozarts „Zauberflöte“, die Agathe im „Freischütz“, die Titelrolle in „Fidelio“ und in Carl Maria von Webers „Euryanthe“, den Adriano in der Uraufführung des „Rienzi“, die Senta in der Uraufführung des „Fliegenden Holländers“ und die Venus in der Uraufführung des „Tannhäuser“ – um nur einige zu nennen.

Sie beeindruckte Beethoven und war mit Carl Maria von Weber sowie Richard Wagner befreundet. Wagner bezeichnete sie als das Ideal einer Bühnenkünstlerin und vielleicht bedeutendste Inspiration für sein künstlerisches Schaffen.

1823 heiratete sie den Schauspieler Carl Devrient, die Scheidung erfolgte nur fünf Jahre später: „Ich musste mich frei machen, um nicht als Weib wie als Künstlerin zugrunde zu gehen”, sagte sie. 

Im gleichen Jahr ging sie mit ihrer Mutter nach Dresden an die Hofoper. Dort blieb sie als Hofopernsängerin bis 1847 und wurde zur wichtigsten Interpretin der Frauen-Rollen in Wagners Opern.

Ihre späteren Lebensjahre waren zunehmend von privaten Tragödien, einer Verbannung wegen der Unterstützung des Maiaufstandes und letztendlich einer schweren Krankheit geprägt. Die letzten fünf Monate lebte sie in Coburg, wo sie von ihrer Schwester gepflegt wurde und ihrem Leiden 1860 schließlich erlag.

Text und Foto H. Richter