Mai 2024

Grabstätte Höntsch auf dem Johannisfriedhof

Auswahlkriterium: Persönlichkeit

Die Grabstätte Höntsch befindet sich an der Allee, die zum Ehrenhain führt (5. Bogen).

Georg Höntsch (* 1. Mai 1872 in Dresden; † 26. Juni 1945 in Dresden) erlernte in seiner Jugend das Schlosserhandwerk und gründete mit 23 Jahren seine eigene Firma. „Höntsch & Co.“ war in Niedersedlitz ansässig. Es war eine Firma, die sich zunächst auf den Bau von Gewächshäusern nebst technischem Zubehör, wie beispielsweise Heizungskessel, spezialisierte. Später kam die Produktion von Holzhäusern hinzu. Die Firma hatte zeitweise über 1000 Mitarbeiter und Dependancen in der ganzen Welt. Nach dem Krieg erfolgte die Enteignung und anschließend die Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb.

Georg Höntsch kam aus ärmlichen Verhältnissen und verlor zeitig seine Eltern. Als Waisenjunge verbrachte er seine Kindheit bei einem Schuhmacher in Dona und verdiente Geld für die Familie, in dem er Zeitungen austrug. Sparsamkeit, Unternehmenssinn, aber auch eine verantwortungsreiche und sehr soziale Einstellung seinen Arbeitern und Angestellten prägten sein Tun und Handeln. Während des I. Weltkrieges kaufte er das Gut Gamig bei Dohna, um mit der dort betriebenen Landwirtschaft die Ernährungslage seiner Gefolgschaft zu sichern. Zeit seines Lebens trat er als Wohltäter für verwaiste Kinder auf. Seine Lebenserinnerungen legte er im Buch „Tat gestaltet. Lebensbericht eines Großindustriellen“ nieder, welches 1941 erschien und auch heute noch durchaus lesenswert ist. Die Grabstätte nimmt in ihrer originellen Gestaltung Elemente des Niedersedlitzer Werkes auf.

Foto M. Kaden