Februar 2026

Grabstätte von Heygendorff auf dem Trinitatisfriedhof

Auswahlkriterium: Persönlichkeit

Die Grabstätte befindet sich in der Abteilung I D und damit im historischen Teil des Trinitatisfriedhofes.

Henriette Caroline Friedericke Jagemann wurde am 25. Januar 1777 in Weimar geboren und starb am 10. Juli 1848 in Dresden. Sie war eine der herausragendsten tragischen Schauspielerinnen und Sängerinnen ihrer Zeit sowie Theaterintendantin. Sie erhielt 1790 in Mannheim unter August Iffland und Heinrich Beck Schauspiel- und Gesangsunterricht, debütierte am dortigen Nationaltheater und 1797 am Weimarer Hoftheater, wo sie im gleichen Jahr als Hofsängerin engagiert worden war. 1798 gastierte sie in Berlin, 1800 in Wien, später auch in Stuttgart, Frankfurt am Main und Leipzig und brillierte unter anderem als Elisabeth in „Maria Stuart“ und Beatrice in die „Braut von Messina“.

Mit ihrer Schönheit, ihrem Talent und außergewöhnlichen Ausstrahlung gewann sie nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums, sondern auch die Gunst des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und wurde nach langem Zögern seine Geliebte. Er erhob sie und ihren gemeinsamen Sohn Karl 1809 in den erblichen Adel. Caroline von Jagemann wurde damit zur Freifrau von Heygendorff nach dem ihr überlassenen gleichnamigen Rittergut. 

Zahlreiche Auseinandersetzungen mit dem diktatorisch waltenden Theaterdirektor und Geheimrat Johann Wolfgang Goethe prägten ihre Zeit am Weimarer Hoftheater. Sie, die so exzellent ausgebildet wurde, wagte es, den bisher eher unprofessionellen Theaterbetrieb zu kritisieren und neue Wege zu gehen. Zudem wandte sie sich gegen das veraltete Frauenbild, in dem die Theaterdamen sich eher „sklavischer Unterwürfigkeit“ befleißigen sollten.

Nach dem Rückzug Goethes 1817 behielt Caroline von Heygendorff die Führung des Musiktheaters, ab 1824 als Oberdirektorin. Die Beziehung zu Goethe blieb nicht dauerhaft angespannt. Später zollte er ihrer Arbeit Anerkennung, durch sie habe die Weimarer Bühne „ein ganz neues Leben“ erhalten.

Nach dem Tode von Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach im Jahre 1828 zog sie sich von der Bühne zurück und ging nach Dresden, wo sie im Jahre 1848 starb.

Text und Foto H. Richter